Armies on Parade 2020 – der Weg zum fertigen Diorama

Armies on Parade 2020 – der Weg zum fertigen Diorama

Im Oktober 2020 hatte ich bei Facebook in einer Warhammergruppe einen Beitrag gesehen, wo jemand über sein Vorhaben berichtet, dass er bei Armies on Parade 2020 mitmachen wolle. Ich hatte mich bis dato noch überhaupt nicht mit diesem Thema beschäftigt. Jedoch hatte es mein Interesse geweckt. Da mein Ultramarinesprojekt im vollen Gange war, dachte ich mir, warum versuchst du es nicht auch einmal?!

Ich hatte immer irgendwie im Hinterkopf mal ein Diorama zu erstellen und nun war es soweit. Ich wollte mitmachen! Mir war durchaus bewusst, dass ich da nicht viel Chancen haben werde, aber ich wollte es für mich machen und nun hatte ich einen Grund. Es war eine neue Erfahrung mal “unter Druck” an so etwas zu arbeiten. Einsendeschluss war Ende November. In 2020 wohl zum ersten Mal, dass man online mitmachen konnte, da in der Vergangenheit die Dioramen der Teilnehmer wohl in den örtlichen GW ausgestellt wurden. Einige Rahmenbedingungen waren bekannt, auch wenn ich mich durch die englischsprachigen Texte beissen musste. So durften glaube ich nur 8 Bilder eingesendet werden. Das Geländestück sollte max. 60 x 60cm groß sein. Es sollten mindestens so viele Modelle auf der Platte sein, wie in einer Patroullie Box enthalten sind.

Da ich meine Minis ja bereits fertig hatte, konnte ich mich auf das eigentliche Diorama konzentrieren. Zum Glück war die Anzahl der fertigen Minis auch ausreichend. Ich hatte bei den Ultramarines die Bases alles so gestaltet, dass sie im Großen und Ganzen zu meinen Dschungel Geländeteilen passen “LINK zu DSCHUNGEL”. Beim gestalten der Bases hatte ich mir damals keine allzu großen Gedanken gemacht. Sie sollten einfach cool aussehen und auch schon ein bisschen aufwendiger sein, als einfach irgend einen Sand drauf zu streuen. Von daher waren Sie schon teilweise ein bisschen unterschiedlich. Ich dachte dann darüber nach, wie ich diese Bases in das Diorama einbauen konnte. Es war also im groben klar, dass es eher in Richtung Dschungel geht. Ausserdem war für mich klar, dass ich die Bases in das Gelände einlassen will. Viel mehr hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich fing an mit einer ersteln Stellprobe um mir darüber Gedanken zu machen, wie die Figuren angeordnet werden sollten.

Nachdem ich dann die Figuren das erste Mal auf die 60 x 60 cm Platte gestellt hatte, war mir klar, dass ich nicht nur auf einer Ebene die Armee präsentieren möchte. Also musste auch ein Gebirge oder ähnliches her. ich wollte auch unbedingt mal mit Epoxidharz etwas machen, da ich von einem befreundeten Fliesenleger noch einen Rest hatte und ich dachte mir, dass wäre auch cool, das da einzubringen, da ich für die Spielmatte den Gedanken für einen Fluss bis jetzt imemr verworfen habe. Also hatte ich einen Fluß eingezeichnet. Das passt dann auch schonmal zu den Bases meiner Outrider. Da ich nicht wußte, wie ich einen Fluß durch Gebirge darstellen sollte, hab ich mir gedacht – ok – ein Staudamm ist auch geil. Das hat dann ja auch schon wieder etwas von Fortschritt und Moderne Architektur, etc. Ausserdem habe ich bei meinem Contemptor Dreadnought eine Straße auf der Base angedeutet, so dass ich auch noch ein Stück Straße unterbringen muss – also kam diese Straße nur in die vordere Ecke. Dabei kam mir dann die Idee, dass am Straßenrand eine alte Werbetafel stehen soll, ähnlich wie in einem amerikanischem Roadmovie. So hatte ich schonmal die Idee für ein weiteres Bauteil. Da ich bereits in meinem Projekt zum großen Fabrikgelände / Plasmagenerator eine kleine Werbetafel gebastelt hatte, wollte ich es wieder ähnlich machen. Es sollte eine aus Holz werden und das Plakat darauf sollte mitgenommen aussehen.

Aber was soll drauf auf das Plakat? Auch da hatte ich im Kopf, dass es ein Plakat irgendwie im 50er Style sein soll. Und da wir mittlerweile schon Monate unter der Corona Pandemie gelitten haben, dachte ich mir, dass ein Bezug evtl. gut wäre. So habe ich unseren Guido gefragt, ob er mir beim Design helfen würde, da er ziemlich kreativ udn talentiert ist und auch die Möglichkeiten dafür hat. Er hatte mir dann ein paar Entwürfe geschickt und nach ein bisschen hin und her stand dann auch das Design für die Werbung auf der Werbetafel. Guido hatte mir dann ein paar Ausdrucke mitgebracht und ich habe in der Zeit die Tafel gebastelt.

Zwischen durch dann imemr Stellproben. Das hilft mir ungemein, die Idee weiterzuspinnen und mich zu motivieren. Anfangs dann die Werbetafel nur provisorisch mit Patafix zusammengebaut und die Werbung unbearbeitet angebracht, nachher dann mal im “fertigen” zustand. Die Tafel selbst besteht aus Balsaholz, welches ich genauso bearbeitet habe wie bei zB den Türen im Wüstengelände “https://irongategamers.de/?p=468“. Den Druck habe ich dann kin vier Viertel geschnitten. Danach habe ich es zernüllt und dann in Kaffee getaucht. Danach dann wieder auseinander gerollt und ein bisschen mit Feuer angekokelt. Um so einen Used Look hinzubekommen. Das ganze habe ich dann mit Holzleim auf die Werbetafel aufgeklebt. Somit war schonmal ein Eye Catcher fertig.

Während dessen habe ich immer wieder mal am eigentlichen Gelände gearbeitet. Das Styrodur entsprechend bearbeitet. Dazu habe ich den Bereich der felsig werden sollte mit dem Proxxon Heisdraht Handschneider entsprechend beschnitten. Den Flußlauf habe ich ebenso ausgeschnitten. Danach wurde dann alles mit einem Leim – Sand gemisch eingeschmiert, welches das Sturodur versiegelt und fest macht. So ist ein bemalen dann auch einfacher und das Epoxidharz im Bereich des Flusses kann nicht mit dem Sturodur reagieren. Auch relativ schnell kam dann der gedanke, dass etwas Industrie mit einfließen soll, wenn ich schon einen Staudamm mit baue. Dazu blieb dann im Prinzip nur die rechte Seite der Platte übrig.

Die Ideen fing an immer weiter zu sprudeln. Ich wollte weitere Eye Catcher in Gelände / Diorama. Also kam die Idee, dass ein Gebäude im Fels eingelassen ist, was auch den Vorteil hatte, dass ich dort keine Felsen formen musst. Industrie benötigt auch immer einen Schornstein, bzw. hohen Behälter. Also wurde eine Chips Packung mit Pappstücken beklebt die später wie Bleche aussehen sollten. Der Behäter kam dann direkt neben das Gebäude zu stehen, bei dem ich mittlerweile schon etwas weiter war. Ich hatte gedacht, dass es immer etwas her macht, wenn die Wände schräg sind, anstatt im rechten Winkel. Ausserdem machen aufgesetzte Rippen auch immer etwas her. Also hatte ich das Styrodur entsprechend geschnitten und verklebt. Dabei kam die Idee zu einem Rolltor, welches halb offen stehen sollte, aber dann auch den Eindruck vermitteln sollte, dass es nicht aufgeklebt ist, sondern es einen wirklichen Hohlraum dahinter gibt, also eine Halle oder so. Also musste ich dort zumindest ein bisschen etwas ausschneiden und das ganze dann schwarz anmalen. Ausserdem sollte eine Leiter und ein Geländer angebracht werden, weil mir diese Teile schon bei anderen Geländeteilen sehr gefallen haben. Dazu nehme ich Hasendraht und schneide ihn entsprechend. Damit kann man auch super die Leiter nherstellen, sogar mit Rückenschutzkorb, was ich dann auch bei der Leiter zum Behälter umgesetzt habe. Das Styrodur habe ich immer mit Schmiergelpapier bearbeitet, damit ich eine schönere Oberfläche habe, wenn ich es bemale. Sieht dann einfach besser aus. Ausserdem habe ich das Styrodur noch etwas mit einem stumpfen Bleistift geprägt, damit es aussieht wie eine Art Fertigbetonplatten, bzw. oben drauf wie Bodenfliesen / Struktur.

Beim Staudamm stand ich vor einem Problem, wie ich denn die geraden Mauern des Damms an die unebenen Felsen anpassen sollte. Dazu hatte ich dann die Idee, dass ich den Proxxon Handschneider so mit einem Draht bestücke, bzw. den Draht so forme, dass ich im Prinzip einen Einschnitt für die Mauer erstellen kann. Das ging dann auch einigermaßen gut. Auf der eigentlichen Staumauer sollte dann noch ein Laufsteg entstehen, den ich dann ebenfalls aus Styordur geschnitten hatte. Dann dachte ich – hey, ein kaputter Damm ist doch noch viel besser, denn schließlich ist es der Corona War und beim bsateln entstand in meinem Kopf eine grobe Idee für eine kleine Story rund um das Gelände.

Nachdem nun geklärt war, wie der Staudamm umgesetzt werden sollte, kam eine weitere Idee zu dem Staubecken. Ein Rohr aus dem die Industrie Abwässer entläst. Da ich mir noch nicht ganz sicher war, wie ich dass alles mit dem Epoxidharz hinbekomme und ich auch an dem großen Geländestück schlecht an Details arbeiten konnte, habe ich mir gedacht, dass ich das Abwasserrohr als kleine Baugruppe seperat fertigstelle und dann einklebe. Dazu habe ich eine Plastikkarte zurecht geschnitten und zusammengeklebt, so dass ich drei Seiten fertig hatte, an denen ich das Eigentliche Rohr und die gemauerten Wände anbringen konnte. Dazu habe ich ein Stück von eime Schlauch von meinem Pool genutzt, der entsprechend geriffelt ist. Die Mauern habe ich aus kleinen Styrodursteinen erstellt. Dazu habe ich die Steine geschnitten (10mm x 5mm x 5mm). Diese habe ich dann in eine Schachtel gepackt und weitere echte, scharfkantige Steine beigepackt und alles zusammen orfendtlich geschüttelt. So bekommen die Styrodur – Ziegelsteine eine schöne Struktur und die scharfen Kanten verschwinden. Dann habe ich aufgezeichnet, wo das Rohr sitzen wird und habe die Mauer entsprechend aufgebaut, so dass ich das Rohr nachher in die Steine stecken konnte. An der Vorderseite des Rohres habe ich dann ein Stück Hasendraht mit Heisskleber angeklebt. Das ganze wurde dann bemalt und zusammengebaut und anschließend auf der eigenetlichen Platte angebracht.

Im Staubecken habe ich im Anschluß kleine Plastiksträucher angebracht (IKEA Platikblume zerteilt). Vorher wurden diese mit einem Wash bestrichen und mit Klarlack versiegelt. Eingeklebt habe ich sie mit der Heissklebepistole. Ich war mir bei der ganzen vorgehensweise etwas unsicher, da ich vorher im Internet gelesen hatte, dass das Epoxidharz das Styrodur angreifen udn auflösen kann. Also wurde vorher alles ordentlich nochmals mit Wasser – Leimgemisch vollgekleistert, incl. dem Anschluß für das Rohrbauteil und der Staudamm. Diese Versiegelung habe ich auch im Flußbett großzügig aufgetragen. Für das Flußbett hatte ich mir ach Details ausgedacht. Ich hatte ein paar Absprenungen vom Damm im Bereich vor der Staumauer angebracht. Ausserdem habe ich Schilff aus einem alten Pinsel selbstgebaut. Ebenso Felsen im Flußbett und ein paar Totenköpfe sind auch immer gut. Im vorderen Bereich der Platte habe ich dann eine Tonneversenkt und dort auch noch Unterwasserpflansen angebracht, so dass man Sie noch von vorner sieht, wenn das Epoxidharz drin ist. Ich habe etwas Farbe dem Epoxidhaz begemischt. Da ich aus vorherigen Veruchen wusste, dass bereits einige Tropfen dazu führen, dass die Farbe sehr kräftig wird, aheb ich mich wirklcih zurück gehalten. Jedoch war der Epoxidharz trotzdem wieder stark eingefärbt. nach dem vergiesen hatte man kaum noch etwas von den Details am Flußboden gesehen. Zum Glcük klarte der Harz beim aushärten wieder auf. Im Bereich des Rohres habe ich extra viel grüne Farbe beigemischt.

Da ich einem Outrider eine Base verpasst hatte, die so aussieht, als ob er durch Wasser fährt, wollte ich es so aussehen lassen, als ob dieser durch den Fluß fährt. Dazu musste ich die Stelle wo der Outrider stehen soll abgedichtet werden, weil dort natürlich nicht kein Epoxidharz hinlaufen soll. Das habe ich mit Patafix gemacht, was nicht unbedingt die beste Idee war, da die Stelle zum Harz nicht so exakt geworden ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Auch habe ich die Abschlußstellen zur Kantenplatte mit Panzertape abgedichtet. Auch nicht wirklich gut, weil dadurch das Epoxidharz die Struktur des Tapes annimmt. Das habe ich nur durch etliche Schleifgänge mit verschiedensten Schmiergelpapier Körnungen wegbekommen (am letzten Abend vor der Abgabe, weil das Harz so ziemlich als letztes reingekommen ist. Denn das Harz welches ich noch hatte reichte leider gar nicht aus. So musste ich mir neues Harz bestellen, welches dann aber leider in einer defekten Verpackung ankam und direkt von dem Paketdienst wieder mitgenommen wurde. So hatte ich dann wirklich für den letzten Tag das notwendige Harz bekommen und konnte vorher das Tape nicht lösen. Da wurde es dann tatsächlich spannend. Denn am Tag der Abgabe hatten wir die Fotos bei uns im Vereinsheim gemacht. Da Daniel einiges an Equipment hat und auch gerne Fotos macht, haben wir gedacht dass es dort am meisten Sinn macht, gerade auch wegen Beleuchtung & Co. So habe ich bis 3 Uhr nachts an der Platte gearbeitet um alles fertig zu bekommen. Leider war die Versiegelung des Damms jedoch auch nicht 100% so dass mir teilweise der Epoxidharz ausgelaufen ist und an Stellen rauskam, wo ich es gar nicht haben wollte. Nachdem der Harz trocken war, habe ich dann noch einige Stromschwellen modeliert.

Auch wollte ich noch einen Steg bauen, der vom Gebäude zur Staumauer führt. Dazu habe ich ein altes Lego Geländer genommen und dort etwas Drahtgitter aufgeklebt. Das Geländer wurde dann wieder mit Hasendraht gebaut, sowie die Leiter zum Staudamm. Unterhalb des Stegs wollte ich noch Kabel haben die dort hängen, welche ich aus Draht gefertigt habe und dann entsprechend angemalt wurden. Ausserdem musste die Verrohrung noch angebracht werden. Diese habe ich aus Spielzeug gebastellt, welches ich extra dafür bei einem Onlinenändler bestellt hatte. Danach kamen noch einige kleine Details hinzu, wie z.B. ein Absperrventil, welches ich ebenfalls aus Lego gebaut hatte. Die Lenkräder sind dafür genau richtig. Hier und da dann noch eine Kiste, ein Faß, Totenköpfe, Stacheldraht, etc.

Auch musste noch etwas Vegetation angebracht werden, welche vorher auch mittels Wash und Klarlack bearbeitet wurden. Zuvor mussten jedoch die gröbsten Gußgrate an den Pflanzen entfernt werden. Die Palmen habe ich ebenfalls bei dem Onlinehändler mit “A” bestellt. Den Wasserfall habe ich relativ einfach aus Watte zurechtgezupft und auch nur aufgelegt. Hier wollte ich eigentlich noch einige Wassertropfen modelieren, was aber in der Zeit nicht mehr möglich war und auch ziemlicher Fummelskram ist.

Die Platte habe ich dann rechtzeitig fertig bekommen und es hat mir viel Spaß bereitet. Jedoch war das schon wirklich anstrengend, denn ich habe so gut wie jeden Abend im VNovember und jedes Wochenende fast ganztägig an der Platte gearbeitet. Wenn ich es richtig überschlagen habe, müssten es ca. 100 Arbeitsstunden gewesen sein. Mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden. Die Beschriftung im vorderen Bereich ist nicht so gelungen, da habe ich schon überlegt, ob ich das noch mal ändere, aber ansonsten passt es für mich. Ich habe dann die Fotos auch termingerecht eingereicht und hatte ein bisschen Hoffnung, dass ich evtl. zumindest Erwähnung finde, auf Grund der Story, die icu rund um das Gelände geschaffen hatte, da es einen aktuelleren Bezug kaum gab. Evtl. war es aber auch genau das Problem, dass man Corona nicht in Zusammenhang mit dem Hobby bringen wollte. Das ich keine Chance auf einen Sieg hatte war mir im prinzip von vornherein klar. Dazu waren die Konkurenten auch einfach zu gut. Aber da zählt dann für mich einfach der olympische Gedanke. Nun hab ich das Stück bei mir im Keller – was daraus werden soll weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich werde ich es in einem Tabletop Shop für ein paar Wochen zur Ausstellung abgeben, damit ggf. sich auch andere Leute an dem Anblick erfreuen können. Eine andere Überlegung war es, ob ich einen Wohnzimmertisch daraus baue, aber der Aufwand scheint mir auch zu hoch. Evtl. werde ich es versuchen zu verkaufen und so zumindest den Materialeinsatz wieder zu bekommen. Ich hoffe dass Euch der Artikel gefallen hat und Ihr evtl. ein paar brauchbare Informationen für Euch daraus ziehen konntet, bzw. unterhalten wurdet und dass Euch die WIP Bilder, sowie die Geschichte und das fertige Geländestück gefällt. Hier kommt Ihr zu den Bildern des fertigen Geländes und zu der Kurzgeschichte zu “Armies on Parade 2020 – the Corona Wars” https://irongategamers.de/?p=743

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